Kleine Kartoffelkunde

Schon 8000 vor Christus war die Kartoffel vor allem bei den Indios in den südamerikanischen Anden bekannt. Sie galt als beseelt. Bei den Anden-Indianern zählt die Kartoffel bis heute zu den wichtigsten Nahrungsmitteln. Sie verehren heute noch ihre Axamama, die Kartoffelgottheit.

In Europa wird die Kartoffel erst seit 200 Jahren angebaut. Spanische Eroberer und englische Seefahrer, die 1525 den Spuren von Christoph Kolumbus folgten, waren auf der Suche nach "El Dorado", dem sagenumwobenen Goldland der Indios von Peru, Kolumbien und Ecuador.

In Deutschland waren es die Preußenkönige, unter ihnen Friedrich der Große, der per Dekret Anweisungen zur Kultur. Langerung und Verwendung gab. Er hatte die Kartoffel nicht nur als Nahrung für das Volk nach dem 7-jährigen Krieg (1756  - 1763), sondern auch zur Kriegsverpflegung  - satte Soldaten können besser kämpfen - auserkoren. Der  feldmäßige Anbau und der Verzehr der Knollen verbreitete sich nur schleppend. Und Südwest- und Mitteldeutschland herrschte 1771 - 1772 eine große Hungersnot.  1 Millionen Menschen starben.  Nach 1850 erfuhr der Kartoffelanbau in ganz Deutschland eine starke Ausweitung.

Die Italiener des 16. Jahrhunderts nannten sie auch "tartuffo", weil sie den Trüffeln in Aussehen und Geschmack so ähnlich war. Daraus entstand der deutsche Name Kartoffel.
Sprach integrierte man das Gewächs dadurch, dass man es anhand einheimischer Früchte  - in unserer Region Birnen und Äpfel -  zu beschreiben versuchte. So entstanden unterschiedlich Namen wie "Erdäpfel", "Bodenbirnen" oder "Grundbirnen".

Nachdem ihr volkswirtschaftlicher Wert auch in Deutschland erkannt wurde, befasste man sich im 19. Jahrhundert intensiv mit der Züchtung.
Die Erträge, Qualitäten und Krankheitsresistenzen konnten dadaurch stark verbessert werden. Im jahr 1950 waren es 27 Millionen Tonnen. Im Jahre 2000 wurden noch 13 Millionen Tonnen Kartoffeln erzeugt. Auch die Veredlung der Kartoffel wie Knödel, Pommes frittes oder Chips konnte diesen Trend nicht aufhalten. Von über 250 verschiedenen Kartoffelsorten sind jetzt gerade mal 8 Sorten übriggeblieben.